Frankreich: SNECMA (1946–1959)

1946 emigrierte Gerhard Eggers mit seiner Familie nach Frankreich. Wie eine Reihe deutscher Ingenieure, die nach dem Krieg weder in die USA noch in die Sowjetunion gehen wollten, fand er bei der französischen Triebwerksfirma SNECMA eine neue Wirkungsstätte – zunächst in Decize (1946–1953), später in Dammarie-les-Lys (1953–1959).

Das ATAR-Triebwerk

ATAR-Strahltriebwerk der SNECMA
ATAR-Strahltriebwerk der SNECMA

Unter der Leitung von Dr. Hermann Oestrich arbeitete Eggers an der Entwicklung des ATAR-Strahltriebwerks, das zu einem vollen Erfolg wurde und die französische Militärluftfahrt über Jahrzehnte antrieb. Später leitete er die Abteilung „Triebwerkseinbau an Flugzeugen“.

ATAR Volant und Coléoptère

Schnittzeichnung des Coléoptère C-450 mit Ringflügel
Schnittzeichnung des Coléoptère C-450 mit Ringflügel

Besondere Erwähnung verdient das Projekt Coléoptère (C-450), ein visionärer Senkrechtstarter mit Ringflügel, den Eggers mit einem hervorragenden Team umsetzte – vorbereitet durch die Versuchsplattform ATAR Volant. Die hier gewonnene Erfahrung mit Senkrechtstarttechnik prägte später auch seine Lehrtätigkeit an der TU Berlin.

Zweite Heimat Frankreich

Die Familie integrierte sich in das französische Leben; die Kinder besuchten örtliche Schulen, Ausflüge führten nach Melun, in den Wald von Fontainebleau, nach Paris und Versailles. Zu den Weggefährten dieser Jahre zählten neben Oestrich auch Pierre Lhoste, Dr. Richter und Louis Jumelle. Für seine Verdienste erhielt Eggers 1957 die Médaille de l’Aéronautique sowie die Médaille du Travail der SNECMA. Frankreich wurde für die Familie zur zweiten Heimat – die Freundschaften aus dieser Zeit, etwa mit dem Raketenspezialisten Hans Schneider (SEPR), erwiesen sich später beim Aufbau der deutschen Raumfahrt als unschätzbar.

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Zuletzt bearbeitet am July 3, 2026.
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