Unter Eggers’ Mitwirkung entwickelte sich die ERNO Raumfahrttechnik GmbH zu einem Kernzentrum der Raumfahrt in Deutschland. Gearbeitet wurde an der Europa-Trägerrakete (dritte Stufe), später an Vorarbeiten zur ARIANE. Kooperationspartner waren NASA, ESRO/ELDO und die DFVLR; zu den Gästen in Bremen zählten Wernher von Braun und ELDO-Generalsekretär General Aubinière.
Der Spacelab-Auftrag 1974

Nach dem Scheitern der Europa III brach in Bremen der gesamte Trägersektor zusammen; ERNO schrumpfte von 1.400 auf 800 Mitarbeiter und kämpfte um die Existenz. In dieser Lage setzte das Unternehmen alles auf das europäische Raumlabor Spacelab. Eggers – inzwischen ERNO-Aufsichtsratsvorsitzender und technischer Direktor von VFW-Fokker – unterschrieb das Angebot persönlich und bestimmte Hans E. W. Hoffmann zum Projektleiter. Hoffmann erinnerte sich später, es sei das einzige Mal gewesen, dass er erlebte, wie „Professor Eggers mit der Faust auf den Tisch geschlagen und gesagt hat: Sie machen das!“
Am 5. Juni 1974 wählte die europäische Raumfahrtorganisation ESRO VFW-Fokker/ERNO zum Hauptauftragnehmer für das Spacelab-Programm – gegen den größeren Konkurrenten MBB. Das Auftragsvolumen betrug 180 Mio. Rechnungseinheiten, umgerechnet 579 Mio. DM. Das unter Führung der NASA eingesetzte Raumlabor flog ab 1983 an Bord des Space Shuttle und war der Einstieg Europas in die bemannte Raumfahrt – ein Meilenstein, an dessen Zustandekommen Eggers entscheidenden Anteil hatte.
Spacelab bestand aus zwei Hauptkomponenten: dem druckbelüfteten Modul, in dem die Astronauten arbeiteten (in einer langen und einer kurzen Variante), und der unbewohnten Palette für Experimente, die direkt dem Weltraum ausgesetzt waren. Durch die Entwicklung musste sich ERNO intensiv mit menschlichen Faktoren in der Raumfahrt auseinandersetzen – von Lebenserhaltungssystemen über Ergonomie bis zu den Auswirkungen der Schwerelosigkeit auf den menschlichen Körper.
Das Programm umfasste 22 Missionen zwischen 1983 und 1998; die erste Mission (STS-9/Spacelab 1) startete am 28. November 1983 mit dem deutschen Astronauten Ulf Merbold an Bord.
Bedeutung

Die von Eggers mitbegründete Bremer Raumfahrtlinie besteht bis heute fort: Aus ERNO wurde über MBB/ERNO und Daimler-Benz Aerospace schließlich der Bremer Standort von Airbus Defence and Space, wo u. a. die Ariane-Oberstufen und das europäische Columbus-Modul der ISS entstanden – in direkter Nachfolge des Spacelab.
Verbindung zu Human Health and Performance
Die technische Entwicklung von Spacelab schuf die infrastrukturelle Basis für die bemannte Raumfahrt Europas. Heutige Arbeiten im Bereich Human Health and Performance bauen unmittelbar darauf auf: Während ERNO die Hardware und Systeme für Menschen im Weltraum entwickelte, konzentrieren sich moderne Unternehmen wie DocSWISS und Eudippa auf Gesundheit, Leistungsfähigkeit und Risikobewertung von Astronauten.
Diese Verbindung zeigt sich auch familiär: Eggers’ Enkelin Kristina Anne Sabine Stange arbeitet heute genau in diesem Bereich – Human Health and Performance Risk Qualification – und bringt ihre Expertise in die Ethik von Eudippa ein, die mit DocSWISS im Bereich Raumfahrt und Luftfahrt zusammenarbeitet. → Familie & Privatleben
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