VFW-Fokker und Ruhestand (1970–1998)

Vorstand der VFW-Fokker (1970–1977)

Roll-out des Senkrechtstarters VAK 191B, Bremen, 24. April 1970
Roll-out des Senkrechtstarters VAK 191B, Bremen, 24. April 1970

Mit der 1969 vollzogenen Fusion der Bremer VFW mit der niederländischen N. V. Fokker übernahm Eggers eine Vorstandsfunktion in der Düsseldorfer Zentralgesellschaft VFW-Fokker; die Familie siedelte nach Bad Zwischenahn um. Zu den bedeutendsten Projekten dieser Jahre zählten die Serienfertigung des Kurzstreckenjets VFW 614, der Senkrechtstarter VAK 191B und eine Luftfahrt-Kooperation mit Rumänien; auch das Airbus-Programm nahm in dieser Zeit konkrete Formen an.

Die deutsch-niederländische Fusion stand jedoch unter keinem guten Stern. DER SPIEGEL berichtete im August 1977 über den offenen Machtkampf im Konzern und würdigte dabei Eggers als denjenigen, der „im Düsseldorfer Vorstand wiederholt Klapwijks Exzesse gegen den Bremer Unternehmensteil zu bremsen verstanden hatte“. Mitte 1977 schied Eggers aus Altersgründen aus dem Vorstand aus.

60. Geburtstag (1972)

Am 6. Juli 1972 vollendete der Vorsitzende des Aufsichtsrates der ERNO Raumfahrttechnik GmbH, Prof. Gerhard Eggers, sein 60. Lebensjahr. In einem internen Rundschreiben würdigten die Mitarbeiter der ERNO ihren langjährigen Förderer und den Initiator der Gesellschaft. Gefeiert wurde im großen Rahmen mit vielen Freunden und Bekannten in Bad Zwischenahn.

Ruhestand (1977–1998)

Zum 85. Geburtstag in Bad Zwischenahn, 6. Juli 1997
Zum 85. Geburtstag in Bad Zwischenahn, 6. Juli 1997

Nach seiner Verabschiedung widmete sich Eggers der Dokumentation seines Lebenswerks. Er nahm an zahlreichen Treffen ehemaliger Kollegen teil – darunter die „Atarier-Treffen“ der SNECMA-Weggefährten –, besuchte den europäischen Weltraumbahnhof Kourou und genoss die Zeit mit seiner Familie. Ehrungen wie die Ehrenmitgliedschaft der DGLR und der Hermann-Oberth-Gesellschaft sowie die Aufnahme in die „Commanderie du Bontemps“ erinnerten an die Bedeutung seines Beitrags.

Gerhard Eggers starb am 23. August 1998 in Bad Zwischenahn an den Folgen eines Sturzes. In seinen Erinnerungen blickte er zurück auf „ein Leben zwischen Himmel und Erde – getragen von der Vision des Fliegens“.

ESA, NASA und Ariane nach dem Ruhestand

Der europäischen Raumfahrt blieb Eggers auch im Ruhestand eng verbunden. Die von ihm mitbegründete ERNO hatte im Juni 1974 – neben dem Spacelab-Hauptauftrag – den Auftrag für die Entwicklung der zweiten Stufe der europäischen Trägerrakete ARIANE erhalten; die Bremer Trägerraketen-Kompetenz, die mit der dritten Stufe der Europa-Rakete begonnen hatte, setzte sich damit nahtlos fort.

Im September 1997, im Alter von 85 Jahren, wurde Eggers von der Firma zum 100. Start einer Ariane-Rakete nach Kourou in Französisch-Guayana eingeladen – ein besonderes Erlebnis, von dem er ausführlich berichtete. Über ERNO, MBB/ERNO und Daimler-Benz Aerospace wirkt sein Aufbauwerk bis heute in den Programmen der ESA, in Kooperationen mit der NASA und im Ariane-Programm fort.

Zuletzt bearbeitet am July 5, 2026.
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